BI is Dead (by Timo Elliott, SAP)

Heute gibt es einen neuen Artikel von Timo Elliott von SAP mit dem Namen BI is Dead. Impulshaft möchte man entgegnen „totgesagte leben länger“. Jeder muss ich der Aussage grundsätzlich recht geben.

Wenn man sein Geld dafür bekommt, in seinem Unternehmen für „Enterprise“-BI verantwortlich zu sein, dann kribbelt es bei solchen Artikeln immer etwas.

Gut, schon lange gilt es als Binsenweisheit, dass z. B. der Enterprise Data Warehouse-Ansatz in Unternehmen nicht funktioniert, BICC’s eher eine Randerscheinung sind und es wahrscheinlich nie einen Single Point/Version/Source of Truth geben wird. Außer die Systemlandschaft ist sehr einfach.

Aber es ist auch klar, das Konzepte kommen und gehen und trotzdem immer etwas bleibt oder sich daraus weiter entwickelt.

Klar ist, das Bild, das man heute von BI hat, wird sich verändern. Enterprise BI wird aber nicht sterben. Auch Timo Elliott will uns das mit seinem Artikel natürlich nicht sagen. Würde er als SAP-Angestellter doch selbst schaden bei solch einer unreflektierten Aussage machen. Im weiteren Artikel stellt er aber gut dar, was Gartner mit dem Shift beim letzten Magic Quadrant sagen wollte. Solch Visualisierungen darf man ja auch nicht unreflektiert hinnehmen sondern muss sie hinterfragen. Timo Elliott hat uns einen Gefallen getan und diese Reflektion zur Beruhigung des BI-Volks in diesem Artikel übernommen.

Trotzdem ist die Entwicklung zu Self Service klar sichtbar. Schaut man sich das SAP-Portfolio im BI-Bereich mal an:

  • Web Intelligence – War schon immer auf den versierten Endanwender zugeschnitten
  • Lumira – ist ganz klar der Hoffnungsträger im Bereich Data Discovery
  • Design Studio – liefert Templates für Self Services, die für den ersten Wurf schon ganz schön liefern und bei Bedarf natürlich noch ausbaubar sind
  • Analysis for Office – des Controllers Liebling, war schon immer so
  • BW Workspaces – Self Service Datenintegration, noch nicht ganz einfach zu handhaben, jedoch ein neuer Schritt, in eine Richtung, die früher klar IT war
  • S/4 HANA – bietet mit den Fiori App’s bereits die Kombination aus operativen Anwendungen und Analyse. Das Analysis Path Framework schließt die Lücke weiter.
  • Mit sowas wie Agile Data Preperation  oder Cloud for Analytics möchte ich hier gar nicht erst anfangen

Die SAP versucht ganz klar zu liefern. Die Dynamik macht es jedoch oft schwer, eine einheitliche Strategie zu erkennen, auch wenn sich Richtungen abzeichnen.

BI – Self Service, Big Data, Advanced Analytics, Data Science, In-Memory, Information Design – Themen die BI stark verändern. Somit bleibt es spannend und die wesentliche Herausforderung ist die permanente Anpassung, wie überall im BI-Umfeld.

Governance, komplexe Datenstukturen, Integration von verschiedenen Datenquellen und die Transformation von Daten werden aber nach wie vor die Arbeitsgrundlage im Bereich Enterprise BI bleiben.

Ich denke das folgende stellt die Richtung dar, in die wir uns entwickeln:

Entwicklung BI

Enterprise BI wird eine starke Basis in der Mitte sein. Self Service wird breit kommen, aber gleichzeitig Enterprise BI unterstützen. Es wird einige Zeit dauern, bis die Probleme und Grenzen von Self Service BI bewusst werden. Data Science & Big Data ist von wenigen für wenige. Aktuell etwas gehyped, jedoch gleichzeitig auch schon in der Gesellschaft angekommen. Jedoch ist die Entwicklung aktuell etwas entkoppelt vom BI. Ich vermute hier aber in den nächsten Jahren eine Annäherung, wenn die Tools reifer werden und der notwendige Skill zunehmend in der breiten Enterprise BI-Schicht ankommt.

 

 

 

Interessante BI Research Papers von Forrester, Gartner & Co.

Regelmäßig veröffentlichen Tech Marktforschungsunternehmen Research Papers zu BI-Themen (und natürlich auch anderen). In der letzten Zeit ist mein Gefühl, dass es zu BI bzw. Analytics immer mehr Interesse und Beratungsbedarf gibt. Dies mag auch daran liegen, dass das Thema wächst und sich zunehmend ausdifferenziert.

Natürlich verdienen die Anbieter dieser Research Papers daran. Ob durch den Verkauf oder die darauf basierende Beratung, die die Unternehmen anbieten.

Im Folgenden möchte ich versuchen, etwas zu sammeln, was da so alles auftaucht (hauptsächlich momentan von Forrester), und was da von SAP so mitspielt und wie SAP gegen den besten Konkurrenten abschneidet.

Q4/2015 – The Forrester Wave: Enterprise Data Warehouse

Software: SAP Hana Plattform

Bewertung SAP (vs. Oracle)

  • Current Offering 4.15 (vs. 4.70)
  • Strategy 4.05 (vs. 4.15)
  • Market Presence 3.93 (vs. 3.95)

 

Q4/2015 – The Forrester Wave – Cloud Business Intelligence Platforms

Software: SAP BusinessObjects Business Intelligence  4.1 (deployed
on SAP Hana Enterprise Cloud [HEC])

Bewertung SAP (vs. Birst)

  • Current Offering 3.13 (vs. 4.51)
  • Strategy 2.63 (vs. 4.47)
  • Market Presence 3.00 (vs. 4.00)

 

Q4/2015 – The Forrester Wave – Data Quality Solutions

Software:

  • SAP Data Services 4.2
  • SAP Information Steward 4.2
  • Data Quality Management for SAP 4.0 sp06
  • SAP PowerDesigner 16.5 sp5
  • SAP Agile Data Preparation 1.0
  • SAP HANA, smart data quality & smart data integration SPS10

Bewertung SAP (vs. IBM)

  • Current Offering 4.54 (vs. 4.50)
  • Strategy 5.00 (vs. 5.00)
  • Market Presence 5.00 (vs. 5.00)

 

Q3/2015 – The Forrester Wave – Agile Business Intelligence Platforms

Software: Lumira 1.28

Bewertung SAP (vs. Microsoft)

  • Current Offering 3.93 (vs. 4.34)
  • Strategy 4.30 (vs. 4.10)
  • Market Presence 3.00 (vs. 3.00)

 

Q3/2015 – The Forrester Wave – In-Memory Database Platforms

Software: SAP HANA SPS09

Bewertung SAP (vs. Oracle)

  • Current Offering 4.25 (vs. 3.95)
  • Strategy 4.60 (vs. 4.30)
  • Market Presence 5.00 (vs. 4.10)

 

Q1/2015 – The Forrester Wave – Enterprise Business Intelligence Platforms

Software: SAP BusinessObjects Business Intelligence 4.1

Bewertung SAP (vs. SAS)

  • Current Offering 4.06 (vs. 4.18)
  • Strategy 4.25 (vs. 4.35)
  • Market Presence 4.59 (vs. 4.41)

 

02/2015 – Gartner Magic Quadrant for Business Intelligence and Analytics Platforms

Software: SAP BusinessObjects BI platform, SAP Lumira, SAP Predictive Analytics, SAP HANA

SAP BW Kunden-Statistik

Heute habe ich mal wieder die Zahlen zu SAP BW-Kunden auf dem SCN-Blog von Tammy Powlas gesehen:

  • 15000+ SAP BW-Kunden
  • 7000+ SAP BW 7.3/7.4-Kunden
  • 2500+ SAP BW on HANA-Kunden

Das ist schon grundsätzlich eine interessante Darstellung. Ich habe mal versucht, das zu visualisieren:
SAP BW Kundenstatistik

Lassen wir doch hier einfach mal das + weg. Wo fängt das schon an? 15.001 Kunden mit SAP BW? Kosmetik, die nach mehr schreien soll würde ich sagen.

7.000 Kunden mit einem Release 7.3 oder 7.4. Aktuell ist ja 7.5 im Ramp-Up. Damit will man also wohl sagen, schon viele aktuelle Kunden. Gut, 7.3 ist lt. SCN-Seite am 07.11.2011 released worden. Also ziemlich genau 4 Jahre alt. Wer von den 7.000 Kunden 7.4 hat, wird damit im Unklaren gelassen. Dass mehr Kunden (8.000) ein System im Einsatz hat, seinen Ursprung vor mehr als 4 Jahren hatte, sagt ja auch ein wenig aus…

Und dann 2.500 Kunden mit BW on HANA. Heißt ja im Prinzip auch nur, das bisher ganze 16,66% auf ein HANA-System gewechselt sind und sich 83,33% das noch überlegen… Bedenkt man, dass es für das BW HANA bereits am längsten gibt, ist das eigentlich nichts, was mich hier vom Hocker reißt. HANA ist seit Mitte 2011 verfügbar ist und gilt als Technologie bzw. Plattform der Zukunft bei SAP.

Man kann ja nur hoffen, dass es mit S/4 HANA schneller geht. 1.300 Kunden werden hier bereits genannt. Ich musste etwas suchen, um die Anzahl der SAP Business Suite-Kunden zu finden. Hier komme ich 2013 auch > 40.000. Damit stehen wir hier nach gut 9 Monaten doch auch schon bei 3,3%. Rechne ich das mal linear auf 4 Jahre hoch, komme ich auf ähnliche Zahlen wie beim BW. Na, vielleicht gewinnt das Thema ja noch an Speed. Ansonsten benötigt die SAP ca. 23 Jahre, nur um die bestehenden Kunden umzustellen. Und ich vermute mal, die heutigen S/4 HANA-Kunden sind zu einem großen Teil Neukunden…

Liebe SAP, weniger Marketing und mehr zeigen, was das Ding kann bitte. Value statt Werbung. Gerade die BI-Leutchen mögen harte Facts 😉