BI & Analytics mit SAP in 2018

Also ich ca. 2006 mit BI im SAP-Umfeld begonnen habe, gab es praktisch nur SAP BW (damals hauptsächlich BW 3.1 und 3.5) als Data Warehouse – primär für SAP ERP-Daten – und die BEx Suite mit dem BEx Analyzer (Excel) und dem BEx Web Application Designer.

Schon damals ist man sich fast als etwas besonderes vorgekommen, weil man nicht nur in einer Welt (Backend / Frontend) unterwegs war, sondern End-to-End eine Lösung entwickelt hat. Heute sehe ich wieder einen gegenläufigen Trend, nämlich oft eine klare Trennung zwischen BW auf der einen und BusinessObjects BI auf der anderen Seite. Nur für Planung, da gab es auch früher oft schon die Spezialisten.

Wenn das aber auch nur gewesen wäre. Gefühlt kam damals alle paar Monate mal ein Support Package für BW raus und die Kunden blieben Jahre auf einen Release stehen. Alles, was bei SAP mit BI zu tun hatte lief über das BW. Eine direkte Verbindung mit dem BEx auf eine andere Datenbank war ja nicht mal möglich.

Heute hat sich nicht nur das geändert. Schon Lumira ist vor einigen Jahren mit Releasezyklen von 4-6 Wochen, später etwa alle 2 Monate gestartet. SAP Analytics Cloud liefert heute automatisch alle 2 Wochen neue Funktionen aus.

Und dann ist da noch HANA. HANA als Plattform. HANA als Datenbank. HANA in der Cloud oder On-Premise. HANA mit einer eigenen Roadmap und analytischen Fähigkeiten als Teil jeder neuen Applikation von SAP. Beispielhaft und zunehmend relevant sind die Möglichkeiten, welche S/4HANA Embedded Analytics mit sich bringt.

Natürlich kommt man als guter Berater ohne ein wenig Data Science- und Big Data-Skill kaum noch aus. Agile ist man sowieso und Themen wie Information Design, Design Thinking und Digitale Transformation hat man sowieso drauf.

Die Welt darum herum ändert sich auch noch permanent. Man könnte gerade zurück an die Hochschule gehen, um sich nochmal eintrichtern zu lassen, was z. B. REST- oder Microservices sind, wofür Docker Container und Kubernetes gut sind und ein Update bzgl. Programmieren mit Python scheint auch nicht schlecht. Da sind Gateways für Hybride Architekturen ja fast schon wieder ein alter Hut.

Es ist doch recht anstrengend, bei all der Dynamik den Roadmaps halbwegs zu folgen. Und das auch nur, wenn man sich dabei auf einen Anbieter fokussiert. Natürlich muss am Ende nicht jeder alles wissen. Die einen haben den Überblick. Die anderen sind die Spezialisten. Teile und herrsche ist hier evtl. die zielführende Strategie.

Die von mir in der Vergangenheit erstellten Skillsets sind dabei noch erstaunlich gültig. Ein paar kleine Ergänzungen könnten man sicherlich an der einen oder anderen Stelle machen. So ist SAP Data Hub recht neu. HANA könnte man stärker differenzieren.  Tools wie Agile Data Preparation hatte ich damals wohl noch nicht auf dem Schirm und bei Leonardo tue ich mir nach wie vor schwer, greifbar zu machen, wo das eigentlich hingehört. Auch habe ich die SAP Cloud Platform früher eher als Entwickler-Plattform gesehen. Mittlerweile denke ich, dass ist evtl. nicht mehr so klar zu trennen.

Die Erfahrung, die ich als Dienstleister in letzter Zeit mache, ist, dass man nur schwer sagen kann, ich fokussiere mich auf BW und BO und vielleicht noch was, was irgendwie innovativ aussieht und gut ist. Die SAP dreht die Strategie in Richtung Cloud. Die Kunden haben plötzlich alle Interesse an Big Data und Data Science. Mit IoT beschäftigt sich sowieso jeder mittlere Maschinenbauer. Der Fachbereich will direkt Social Media auswerten und statt mich umständlich in ein BI-Werkzeug einzuarbeiten soll ich über WhatsApp mit meinem BI-System kommunizieren können. Das man nur eine Umgebung für BI hat ist schon lange her. Die müssen sich natürlich alle miteinander verstehen. Wenn man das alles nicht kann ist man schnell nicht mehr interessant.

Nun, über was man sich nicht beschweren kann ist, dass es evtl. langweilig werden würde. Die Kunden kommen kaum noch mit, dafür wächst der Kundenkreis aber tendenziell.

Das Jahr ist ja gefühlt erst angelaufen. Die großen SAP Events stehen noch bevor und werden zeigen, auf was wir demnächst alles gespannt sein dürfen.

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