DSAG Technologietage – Was man für BI & Analytics mitnehmen kann

Am 21. Und 22.02.2017 waren in Mannheim die DSAG Technologietage. Das Motto lautete – „Change = Chance: Heute ist morgen schon gestern“.

Leider war ich nicht vor Ort, analysiere jedoch gerne mal die Folien, um zu sehen, was sich im Bereich BW/BI/BO/Analytics und angrenzenden Bereichen bei der SAP so tut. Gerne bekomme ich auf dem Blog auch Feedback und Ergänzungen von Teilnehmern.

Die SAP HANA Cloud Platform (HCP), hier auch als SAP Cloud Platform beschrieben, scheint aktuell das große Ding zu sein. In der Keynote von SAP CIO Thomas Saueressig nimmt diese ganz klar die führende Rolle als Plattform für die Digitale Transformation ein.

Bei der HCP wird Analytics und Business Intelligence ganz klar als fundamentales Element der Digitalisierung (Machine Learning, Real-time Analytics) sowie der Digitalen Transformation (Zusammenspiel von Business process und Business intelligence) dargestellt. Die HCP soll dabei Mission Critical Data analysieren und visualisieren. Und wenn Data richtig Big wird, wird einfach HANA Vora angeflanscht.

Auch werden auf Basis der HCP einige Machine Learning Services, sogenannte Intelligent Enterprise Applications vorgestellt:

  • Resumee Matching
  • Cash Application Intelligence
  • Ticket Intelligence

Die Referenz fehlt, es dürfte aber ganz klar das seit kurzem verfügbare SAP Clea sein.

Auf den BW/4HANA-Folien werden aktuell 4.000+ BW on HANA-Kunden von insgesamt 16.000+ dargestellt. 8.000+ auf Release 7.3/7.4. Fast der Versuch zu sagen, das 7.5-Kunden ja sowieso auf HANA gehen, was nach meiner Erfahrung ganz klar nicht unbedingt der Fall ist. Nun wenn ich vergleiche, dann sind in den letzten 1 ¼ Jahren 1.500 BW-Kunden on HANA gegangen oder haben so gestartet. Bei 1.000 Neukunden in der Zeit ist hier sicherlich ein großer Teil zu sehen, die direkt on HANA starten. Also SAP, 12.000 Kunden voraus bis 2025!

Ansonsten haben die Folien von Roland Kramer und Gordon Witzel nichts wirklich Neues zu BW/4HANA gebracht. Aber bei so einer Veranstaltung muss man vielleicht auch erst alle nochmal abholen.

Ulrich Christ und Jürgen Haupt haben eine schlanke und dynamische Modellierung mit BW/4HANA und BW powered by HANA vorgestellt. Dabei ging es ziemlich ins Detail zu den flexiblen Möglichkeiten über einen CompositeProvider mit Hilfe von Associations und transitiven Attributen neue Stammdaten über alle LSA++-Layer zu integrieren. Ähnliches wurde bereits vor etwa einem Jahr in einem First Guidance-Paper vorgestellt.

Detlef Wassermuth stellt den aktuellen Stand der Planungs-Werkzeuge von SAP vor. Dabei wird BPC klar als Schwerpunkt dargestellt und die Möglichkeiten zwischen Embedded und Standard Model diskutiert. Aber auch hier nicht wirklich Neues.

Jie Deng und Alexander Peter stellten den aktuellen Stand zu Lumira 2.0 sowie Analysis Office vor. Bzgl. Analysis wurden kurz die Neuerungen von Release 2.4 vorgestellt und die Roadmap, was kommen soll. Hierzu gab es jedoch auch bereits diverse Webinare. Genauso bei Lumira. Auch hier wurden nach meinem Gefühl keine wesentlichen Neuheiten gezeigt, die man nicht bereits hätte kennen können. Allerdings gab es eine Demo und Live habe ich jetzt selbst auch noch nicht viel gesehen.

Von Abassin Sadiq und Larissa Naujoks wurde SAP BusinessObjects Cloud vorgestellt. Aufgefallen ist mir dabei das folgende Übersichtsbild:

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Quelle: SAP SE, „V010 –Wer morgen nicht von gestern sein möchte: SAP BusinessObjectsCloud –SAP Analytics aus der Wolke“ von Abassin Sidiq, Larissa Naujoks

Die Frage ist, was hier wohl „Verticals“ bedeutet? Der Stern deutet darauf hin, dass es sich um eine geplante Function handelt. In der Vergangenheit war hier auch schon mal GRC zu lesen oder auch „Embedding – Analytics into Applications“ wie noch in der letzten Roadmap vom Januar 2017. Natürlich könnte unter Verticals genau das Thema Embedding gemeint sein.

In einer Fiori-Session wurde von Michael Falk folgende Folie als geplante Innovation vorgestellt:

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Quelle: SAP SE, „V026 – SAP Fiori Evolution“ von Michael Falk

Evtl. schließt sich hier ja auch wieder der Kreis zu dem Theme „Verticals“ bei BO Cloud.

Kundenvorträge sind natürlich immer sehr interessannt und willkommen. So hat Tjarko von Lehsten von der Swisscom AG gezeigt, wie man dort das Thema BW on HANA angeht. Dort präsentierte er, nicht zum ersten Mal, das Projekt OneBI, welches drei BW-Systeme im Greenfield-Ansatz auf eine BW on HANA/HANA Native-Plattform für den dortigen Bereich Finanzen und Controlling konsolidieren sollte. Das Projekt wurde im Rahmen des BW 7.5 Ramp-Ups in  Zusammenarbeit mit SAP durchgeführt und setzte auch gleich auf den BusinessObjects Enterprise-Tools auf.

Das Projekt hat eine Laufzeit von über 2 Jahren (5.000 Manntage), und läuft parallel zu einem OneERP-Projekt.

Trotz das das Projekt aktuell noch läuft, kann man heute schon einige Lessons Learned daraus mitnehmen:

  • Bei Realtime-Ansätzen muss man auch auf die Stammdaten achten
  • Frühzeitige Einbeziehung der Fachbereiche, Aufbau eines Play Lab
  • Schnelles und agiles natives Modellieren verlängert Test- und Go-Live-Zyklen
  • Bei agilem Projektmanagement sollten die funktionalen Anforderungen so genau wie möglich definiert werden
  • Richtlinien und Standard-Szenarien sind sehr hilfreich
  • Ein Training für BW on HANA und HANA-Technologie vor dem Projekt ist notwendig
  • ODP-DataSources und EIM (Smart Data Integration/Access) stellen wichtige Integrationsfunktionen dar
  • Man muss sich entscheiden, ob der EDW-Layer in der HANA oder im BW liegt
  • Data Streaming benötigt neue Skills und hat eine gewisse Komplexität. Es bedient auch ganz neue Anwendungsfälle.
  • Die Reduktion auf neue Objekte führt zu einer schnelleren Implementierung
  • SQL-basierte Transformationen sind schnell und stabil

Sicherlich für viele ein Traumprojekt mit der Möglichkeit, die Fähigkeiten der Systeme und Werkzeuge voll auszunutzen und deren Mehrwert im Vergleich zur „alten Welt“ zu erfahren.

Ein weiterer Erfahrungsbericht kommt von WITTENSTEIN SE. Im Vortrag „Chance und Change für BI: SAP BW im Kontext einer HANA Strategie bei der WITTENSTEIN SE“, gehalten von Pascal Kranich von WITTENSTEIN und Stefan Kahle von ISR AG.

WITTENSTEIN als mittelständisch orientiertes, produzierendes Unternehmen mit starker internationaler Ausrichtung setzt stark auf die Digitalisierung. Industrie 4.0 spielt eine große Rolle. Der Mensch als Entscheider steht im Mittelpunkt. Daraus folgt: „Business Intelligence Fähigkeiten der Organisation werden zum strategischen Wettbewerbsfaktor“.

In der Data Warehouse-Zielarchitektur laufen betriebswirtschaftliche Daten aus SAP ERP, produktionsorientierte Daten aus dem MES und Sensor- und Maschinendaten, welche zuerst in Hadoop gesammelt werden zusammen.

In der weiteren Präsentation werden verschiedene Beispiele zu Mixed Models (BW & HANA-Modellierung) dargestellt.

Die Lessons Learned von WITTENSTEIN:

  • HANA allein ist kein EDW und BW kann nicht alle Optimierungen nutzen, welche HANA bietet
  • Man hat die Qual der Wahl zwischen BW und HANA und muss klare Regeln festlegen und diese einhalten
  • Sponsorship spielt eine wichtige Rolle
  • Kommunikation ist alles
  • Organisation ist herausforderner als die Technik

Einige Parallelen finden sich in den Erfahrungen die man macht sowohl bei Swisscom wie auch bei WITTENSTEIN. Gleichzeitig hat man den Eindruck, BW on HANA ist angekommen und zeigt seinen Nutzen.

Dann ein etwas technischer Anwenderbericht über die Einführung einer Nearline-Storage (NLS)-Lösung für das BW der Münchner Stadtwerke im Rahmen einer bevorstehenden HANA-Migration einschließlich Upgrade. Die Einführung der Lösung wurde durch Roland Kramer unterstützt. Interessant dabei die doch gut aussehenden Monitoringmöglichkeiten

Trotz des eher technischen Aspekts des Projekts ist es doch interessant, das auch der Fachbereich hier ein sehr positives Feedback abgegeben hat. Leider ansonsten wenig weitere greifbare Lessons Learned.

Die Präsentation „V047 –IoT Optionen anhand konkreter Lösungs-und Kundenbeispiele“ von Smitha Rayala (SAP) zeigt hauptsächlich die Lösung „SAP Predictive Maintenance & Service“ (PdMS). Die HANA-basierte Lösung stellt sich recht komplex als Zusammenspiel von SAP-Systemen, Open Source und 3rd Party-Lösungen dar. Für die Datenintegration werden Werkzeuge wie SAP Data Services oder Smart Data Streaming genutzt und ein Multi-Temperature-Konzept mit SAP IQ für „warm data“ wird dargestellt. Ebenfalls kommen in der technischen Realisierung Hadoop und HANA Vora, sowie R zum Einsatz bzw. sind geplant. Dazu passend wird als Methodologie der CRISP-DM-Ansatz vorgestellt. Auch wenn die Folien nur wenig Details hergeben, zeigt es einfach mal ein eine konkrete Lösung im Analytics-Umfeld, welche auf den aktuellen Technologien und Ansätzen der SAP aufsetzen.

In einem zweiten Teil wird SAP Vehicle Insights als aktuell HCP-basierte Lösung vorgestellt. Auch hier zeigt sich, das im Hintergrund eine Vielzahl an Technologien und Werkzeugen der SAP zusammenspielen und Analytics einen wichtigen Bestandteil darstellt:

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Quelle: SAP SE, „V047 –IoT Optionen anhand konkreter Lösungs-und Kundenbeispiele“ von Smitha Rayala

Der Vorteil im HCP-Betrieb wird darin gesehen, dass man trotz des komplexen Zusammenspiels eigentlich keine Betriebskosten hat, da alles von der SAP gemanaged wird.

Von Dr. Stefan Hoffmann (SAP) präsentierte „V132 – SQL Datawarehousing gemeinsam mit Business Warehouse BW4/HANA und deren gemeinsame Nutzung mit BW Inhalten“. Da das HANA DW-Konzept vorsieht, rund um HANA als Datenbank ein größeres Toolset bevorzugt aus dem eigenen Haus einzusetzen, wurden diese auch so vorgestellt. Zuerst im Gesamtkontext, dann auch einzeln:

  • SAP Enterprise Architect Designer – zur Modellierung des semantischen und logischen Datenmodells
  • SAP HANA EIM: SDI/SDQ und ADP – oder auch SAP HANA Enterprise Information Management: Smart Data Integration/Smart Data Quality und Agile Data Preperation für ETL und Datenqualität.
  • SAP HANA Web IDE – zur Modellierung von Calculation Views
  • SAP HANA CDS Development – graphischer und scriptbasierter Editor für virtuelle Datenmodelle auf ABAP-Basis
  • SAP Data Warehousing Foundation – Data Temperature Management Strategie mit dem Data Lifecycle Manager (DLM)
  • Native DSO (NDSO) – Quasi das Standard DSO nativ auf HANA implementiert und in FlowGraphs integriert
  • SAP HANA Data Warehouse Scheduler – macht den Eindruck als wäre es die HANA-Variante der Prozessketten.

In dem Kontext sei auch das Februar-Update der SAP Data Warehouse Overview & Roadmap-Präsentation erwähnt. Darin wird auch nochmal der grundsätzliche Ansatz und die Differenzierung zum BW/4HANA erläutert. Dort wird auch ganz frisch der oben beschriebene Swisscom-Fall als Beispiel für ein Mixed Model vorgestellt.

Zusammenfassend lässt sich aus der Folien-Perspektive sagen, die Technologietage sind wohl keine Veranstaltung um große Neuigkeiten zu kommunizieren. Jedoch gab es interessante Kundenvorträge und Deep Dives wie den von Ulrich Christ und Jürgen Haupt. Auch lohnt sich wohl immer mal der Blick links und rechts von BI und BW.

BusinessObjects Cloud – First Steps 1

So, er ist da. Und das schon einer Woche. Der Partner Demo Tenant für BusinessObjects Cloud (BOC).

Nach der ersten Übersicht und der Einrichtung der User für das weitere Team, natürlich gleich mal das erste Diagramm angelegt und ein Excel-File hochgeladen. Gefühlt ist nicht alles intuitiv. Man muss erstmal reinfinden. Offensichtlich werde ich das eine oder andere Video anschauen müssen oder vielleicht sogar die Zeit finden, den OpenSAP-Kurs zu BOC bzw. Digital Boadroom anzuschauen.

Auch die ersten Erfahrungen waren, dass das System in einer Woche mindesten 3x Probleme mit der Verfügbarkeit hatte. Netterweise bekommt man nachdem man es gemerkt hat auch bald eine Mail dazu.

Gut, schnell stellt man sich bei einer auf HCP basierenden Anwendung auch etwas anders vor:

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Gut, die Datei habe ich von Kaggle und sie umfasst ca. 50 MB und 1 Mio Datensätze anonymisierte Echtdaten von Rossmann.

Aber auch so ist mein Eindruck nicht ganz flüssig. Die Punkte, die sich bewegen, damit sich überhaupt was bewegt, sieht man z. B. auch bei dem Demo Dashboard. Natürlich kann das auch noch mit der Bandbreite und dem Netzwerkverkehr zu tun haben.

Damit ich mir auch gleich ein paar gute Beispiele anschauen darf, habe ich entsprechend den BOC content aus dem SAP Store heruntergeladen und in die BOC importiert:

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Da kommt ganz schön was zusammen. Und ich meine nicht nur die 89-seitige Doku dazu:

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Oder zum Beispiel einige Digital Boardrooms wie dieser hier:

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Hm, by the speed of thought???

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1-2 Minuten später – Ahhh:cloud_content06

Nun, wahrscheinlich ist mein Bildschirm zu klein, um solche großen Zahlen anzuzeigen:

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Es kommen auch Dateien mit, die auch schon mal schnell etwas Memory allokieren:

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Aber es ist ja noch genug da 😉

So, schauen wir dann, wie es weiter geht. Evtl. steht die HANA Cloud Connection auf der Agenda…