Cloud BI – Stand der Dinge 2017

2016 war ein wichtiges Jahr für Business Intelligence & Analytics in der Cloud im Speziellen und für Cloud Computing im Allgemeinen. Viele große Anbieter haben mittlerweile eine Cloud BI-Lösung im Angebot und bilden damit einen vorläufigen Höhepunkt einer Entwicklung, welche seit Anfang der 00er-Jahre mit Salesforce.com ihren Anfang genommen hatte.

Cloud Computing selbst hat sich mittlerweile etabliert und ist fester Bestandteil viele IT-Strategiediskussionen.

Laut [BARC2017] sind die Vorteile klar. Eine schnellere Verfügbarkeit, minimale Einbindung der IT, geringe Investitionen (Capex vs. Opex) und die vielgepriesene Elastizität der Ressourcen. [Forrester2015] fast es noch kompakter zusammen: Geschwindigkeit und Agilität.

Jedoch sind auch klar Risiken zu sehen, wie bei [TDWI2016] z. B. Datensicherheit, Datenschutz sowie Regulatorische Vorgaben und Compliancevorschriften.

Nach [EMA2015] gehören zu den wichtigsten Maßnahmen zum Schutz der Daten:

  • Verschlüsselung von inaktiven Daten
  • Audit Trails bzgl. Datenzugriff und Datenänderungen
  • Automatisierung von Regeln zur Datenspeicherung Fortgeschrittene
  • Authentifizierungsmethoden bzgl. der Datenverbindung
  • Maskieren von Daten basierend auf einem Berechtigungskonzept

 

[BARC2017] sieht für Cloud BI die folgenden Hot Spots:

  • Cloud BI hat den Tipping Point erreicht – Obwohl Datenschutz immer noch ein kritisches Thema ist, werden sich viele Unternehmen bewusst, dass die Daten in einer Public Cloud evtl. sicherer sind, als im eigenen Rechenzentrum.
  • Power User dominieren Cloud BI – Während normale Anwender Berichte und Dashboards konsumieren, analysieren Power User Daten, erstellen Berichte und bereiten zu einem Teil die Daten selbständig auf.
  • BI vor Datenmanagement – Unternehmen betreiben leichter BI in der Cloud, als dort ein Data Warehouse oder ein Data Mart aufzubauen und Datenintegration aufzubauen.
  • Public Cloud gibt die Richtung vor – Public ist die bevorzugte Form, gefolgt von Hybrid oder Private-Angeboten.
  • Cloud BI Outsourcing ist real – Mit Cloud wird automatisch ein Teil der Infrastruktur outgesourced. Viele gehen noch weiter in Richtung Managed Services.
  • Kleine Unternehmen zeigen, wo es lang geht – Kleine Unternehmen gehen eher in die Cloud als große und bevorzugen hier auch Public Cloud-Angebote
  • Nordamerika nutzt eher Cloud als Europa – Die Unternehmen sehen Cloud eher strategisch und preferieren die Public Cloud, während Europa im Bereich Private Cloud stark ist.

 

Das Cloud BI im Vergleich zu CRM oder ERP-Anwendungen erst jetzt auf dem Markt ins Laufen kommt, hat lt. [EMA2015] seine Gründe:

  • Die für BI zugrundeliegenden Datenmodelle sind im Vergleich sehr unternehmensindividuell
  • Ebenfalls im Frontend gibt es typischerweise keinen Standardprozess
  • Die zwischen Quellsystemen und BI-System ausgetauschten Datenmengen sind typischerweise deutlich höher als bei transaktionalen Anwendungen

 

[Forrester2015] gibt bei der Auswahl eines Cloud BI-Anbieters folgendes zu beachten:

  • Der Abgleich des Cloud-Angebots mit den eigenen Anforderungen und Erwartungen
  • Die Berücksichtigung hybrider Modelle zur Kombination von On-Premise und Cloud BI
  • Sicherstellung der Erfüllung der Anforderungen durch Compliance und Vorschriften
  • Die eigenen Anforderungen und die Möglichkeiten des Anbieters bzgl. Offline Verfügbarkeit

 

SAP bspw. liefert bzgl. Cloud BI in den verschiedensten Servicemodellen Lösungen aus:

  • Software as a Service (SaaS): die Anwendung wird aus der Cloud heraus angeboten, z. B. SAP BusinessObjects Cloud
  • Platform as a Service (PaaS): in der Cloud wird eine Plattform zur Entwicklung von Applikationen angeboten, z. B. SAP HANA Cloud Platform
  • Infrastructure as a Service (IaaS): Die komplette Infrastruktur (Speicherplatz, Rechenleistung) wird angeboten und es kann beliebige Software darauf installiert werden, z. B. SAP HANA Enterprise Cloud (HEC)
  • Speziellere Modelle wie
    • Data as a Service (DaaS) – der Service liefert definierte Daten zur Nutzung z. B. SAP Digital Consumer Insight
    • Big Data as a Service (BDaaS) – Big Data Applikationen werden direkt nutzbar zur Anwendung z. B. Altiscale (SAP)
    • Analytics Microservices – Durch eine API in eine Software eingebundene Funktion z. B. SAP Hybris as a Service (YaaS)

 

[TDWI2016] liefert 12 Best Practices sich dem Thema Cloud BI zu nähern:

  • Begrüße den Wandel – Bedenken bzgl. Datenschutz und Datensicherheit behindern den Weg in die Cloud. Unternehmen, welche in der Cloud sind, sehen klar die Vorteile bzgl. Flexibilität und Agilität.
  • Beachte kulturelle Themen – Es gibt legitime Gründe gegen die Cloud. Jobs können dadurch wegfallen. Change Management und Weiterbildung sind hier wichtig.
  • Nutze die Cloud um schneller Wert aus BI und Analytics zu ziehen
  • Suche die richtigen Projekte für den erfolgreichen Start
  • Nutze Cloud um die Integration zwischen BI, Analytics und Anwendungen zu modernisieren
  • Cloud-Architektur ist wichtig – Die Cloud ist Teil einer größeren IT-Architektur und in hybriden Ansätze wird viel Zukunft gesehen
  • Weite die IT-Governance auf die Cloud aus
  • Denke im Voraus an Performance und Latenzzeiten
  • Nutze die Cloud als Gelegenheit um mit Open Source zu experimentieren
  • Gehe nicht davon aus, das Datensicherheit und Disaster Recovery automatisch passieren
  • Stelle sicher, dass eine ausreichende „Elastizität“ gegeben ist
  • Konzentriere dich auf eine gute Integration zwischen On-Premise und Cloud

 

Referenzen:

[BARC2017] – BARC & EckersonGroup – BI and Data Management in the Cloud: Issues and Trends, BARC Research Study, January 2017

[TDWI2016] – TDWI – Best Practice Report Q4/2016 – BI, Analytics and the Cloud – Strategies for Business Agility, 2016

[EMA2015] – Enterprise Management Associaties (EMA) – Analytics in the Cloud – An EMA End-User Research Report, January 2015

[Forrester2015] – The Forrester Wave(TM): Cloud Business Intelligence Platforms, Q4 2015

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