Self Service BI am Beispiel SAP Lumira – aus IT-Sicht

Lumira ist ein interessantes BI-Werkzeug und im letzten Gartner Magic Quadrant für BI und Analytics Platforms repräsentierte es im Schwerpunkt SAP. Gartner sieht mit dem Schwenk von IT-zentrierter BI hin zu fachbereichszentrierter BI die Vollendung einer seit Jahren andauernden Entwicklung.

In gewisser Weise ist Lumira (aktuell im Release 1.31) sehr mächtig. Kein anderes BI-Werkzeug von SAP bietet vergleichbare Möglichkeiten bei der Akquisition und Transformation von Daten. Auch im Bereich Visualisierung/Explorative Datenanalyse hat Lumira wirklich seine Stärken. Die bisher kommunizierten Arbeitsschritte in Lumira waren je nach Release etwas abweichend: (Hier 2 Alternativen):

  1. Acquire Data / Acquiring Data
  2. Enrich Data / Preparing Data
  3. Build Visualizations / Visualizing Data
  4. Explore Data / Composing Stories
  5. Share with your teammates / Sharing Insights

Gerade der letzte Schritt war stark mit Lumira Cloud verbunden. Da Lumira Cloud wegen SAP BusinessObjects Cloud nicht mehr weiter entwickelt wird, steht diese Option nicht mehr zur Verfügung und man kann seinen Bericht oder seine Story „nur“ noch auf dem Server for Teams oder der SAP BI Plattform sichern.

Natürlich kann man ein Lumira nur bestimmten Key- oder Power-User an die Hand geben kann, um die Sache etwas unter Kontrolle zu halten und nicht für jeden seinen persönlichen Bericht in einem BI-System managen zu müssen. Dieser stellt dann für die Masse der User ein Dokument auf der BI-Plattform zur Verfügung. Dort verfügen die User nur über sehr eingeschränkte Anpassungsmöglichkeiten.

Im Folgenden eine Analyse der einzelnen Schritte in Lumira, deren Bedeutung und einer Bewertung aus IT-Sicht:

SSBI_Lumira

SAP Lumira hat wirklich seine Stärken. Jedoch muss man sich der Grenzen bewusst sein. Wäre in einem Unternehmen die IT entsprechend aufgestellt, so sollten Möglichkeiten wie Lumira nur in Kombination mit klassischen BI-Ansätzen für bestimmte Anwender und Situationen genutzt werden. Das Lumira unter diesem Namen mit Design Studio im Release 2.0 verschmilzt, macht es eher zu einem zukünftigen Werkzeug für Rapid Prototyping, erleichtert jedoch den Übergang in eine IT-gesteuerte Umgebung.

Eine mögliche Alternative hieße, dass letztendlich der Fachbereich seine eigene IT aufbaut. Das kann funktionieren, muss aber bewusst vom Unternehmen so gewollt sein. Den dadurch optimiert sich die Abteilung zwar für sich, schafft aber einen Graben zwischen sich und anderen Abteilungen, da Kennzahlen, Information Design und Datenbasis lokal und nicht vergleichbar sind.

Eine andere Alternative wäre, die IT agil bzw. Bi-modal aufzustellen. Wahrscheinlich besteht letztendlich ein großes Problem darin, dass die IT-Abteilungen bzw. BI-Teams selten die Kapazität haben, schnell genug auf Anforderungen/Änderungen zu reagieren. Auch wenn dies wünschenswert wäre, da damit das volle Potential von BI durch technisch ausgereifte Lösungen ausgenutzt werden könnte. Ob sich der Konflikt zwischen „verstehe die Technik“ und „verstehe den User/das Business“ jedoch jemals auflöst ist fraglich. Den die Technik alleine macht noch keine gute Business Intelligence aus.

Das BICC hat seine Erwartungen wohl nicht erfüllt, ist nicht überall realisierbar oder entwickelt sich vielleicht nicht schnell genug weiter. Vielleicht ist es letztendlich doch der letzte Notanker um BI zu retten.

Letztendlich muss hier im Rahmen einer Business-, IT und BI-Strategie hier ein passender Weg für jedes Unternehmen gefunden werden. Vorausgesetzt, solche Strategien sind überhaupt im Unternehmen vorhanden…

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3 Gedanken zu “Self Service BI am Beispiel SAP Lumira – aus IT-Sicht

  1. Sehr schöner Blog von Iver van de Zand, der aus meiner Sicht gut zum Thema passt:
    http://www.ivervandezand.com/single-post/2016/08/02/HOW-%C2%AB-SELFSERVICELIKE-%C2%BB-ARE-SELFSERVICE-BI-APPLICATIONS-REALLY-BUFFET-OR-%C3%80-LA-CARTE

    und ergänzend zum Thema:
    http://www.ivervandezand.com/single-post/2016/07/23/Winning-your-end-users-Design-Studio-or-Lumira-or-
    mit tollen Demo’s in Youtube.

    Schade, dass im Kontext Design Studio und Self-Service das Thema BW Workspaces selten präsent ist. Leider nicht unbedingt ein genauso einfaches Handling wie bei Lumira. Trotzdem aus meiner Sicht eine interessante Alternative zur Integration von externen Daten.

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  2. Hallo Herr Baumann,

    SAP Lumira ist von der Idee ein sehr gutes Produkt. Das grundlegende Problem ist aber, dass SAP einfach ganz dreist Tableau kopiert. Das wird zwar niemand von der SAP offiziell zugeben, aber wenn man die Produkte und deren Historie vergleicht, ist das sehr auffällig.

    Darüber hinaus versucht SAP Lumira zum Laufen zu bringen. Das bedeutet, dass zum Einen Kunden geworben werden. Zum Anderen müssen aber noch viele Funktionen ausgebaut werden, um andere Markt-Software wirklich anzugreifen.

    Was ich nicht ganz verstehe ist warum Sie Lumira sofort als Werkzeug nur für Power oder Key User einstufen und nur diesen geben möchten. Der Grundsatz „ohne Ausbildung im Werkzeug und Datenmodell keine Daten“ sollte zutreffen und damit kann nicht jeder alle Daten mit SAP Lumira analysieren. Aber was braucht man denn nun um SAP Lumira nutzen zu dürfen?

    Zusätzlich sehr bedenklich halte ich die Verzögerung des Releases von SAP Lumira 2.0. Das zeigt, dass SAP mehr Probleme hat als sie eigentlich zugegeben. Das war aber klar vorhersehbar.

    Mein Blog-Post zu Self Service BI bei Wittenstein ist hier zu finden: http://www.whatyoucandowithdata.com/biwittenstein-self-service-business-intelligence-with-sap-businessobjects-software/#comment-191

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