Details – SAP BW 7.5 – SP1

Zu dem neuen BW-Release habe ich ja schon einen Beitrag bereitgestellt. Im Folgenden nun die Diskussion zu ein paar Details zum Stand SAP BW 7.5 SP1 (Stand 10/2015 von Lothar Henkes).

Advanced DataStore Object

Bei solchen Namen frage ich mich immer, wie ein Object den noch heißen soll, wenn es sich nochmal weiter entwickelt. Ganz klar, möchte man sich von den bisherigen DataStore Objects (DSO’s) abgrenzen, welche da wären:

Das Standard DSO wurde mit BW 2.1c eingeführt, während die anderen DSO-Typen erst mit BW 7.0 kamen. Die bisherigen DSO’s wurden mit Hilfe von InfoObjects aufgebaut.

Das Advanced DSO, welches erst mit BW on HANA eingeführt wurde, unterstützt die Modellierung mit InfoObjects sowie feldbasierte Modellierung und kann nur über die Eclipse-Umgebung modelliert werden.

Interessante Neuerungen sind:

  • Verbesserungen bei Bestandskennzahlen
  • Zusätzliche Unterstützung für HANA Dynamic Tiering

Für die Zukunft wird die Unterstützung von Realtime Streaming angegeben.

Das Advanced DSO wird alle bisherigen DSO-Typen ersetzen und die Fähigkeiten des BW im Enterprise Data Warehousing-Layer erweitern.

Composite Provider

Nachdem der CompositeProvider eingeführt wurde, wurde dieser kurz darauf schon wieder zum New CompositeProvider upgedated.

Der CompositeProvider macht den MultiProvider und das InfoSet überflüssig. EIne Schwachstelle hat er aktuell noch und das sind temporale Joins, welche mit InfoSet’s möglich waren. Diese Funktion ist für die Zukunft geplant.

In SP1 gibt es ansonsten nur Vereinfachungen für den Einsatz dieses InfoProviders.

BW Query Designer in Eclipse

Zur Einführung des eclipsebasierten Query Designers konnten noch nicht alle Möglichkeiten des bisherigen Query Designers abgebildet werden. Mit BW 7.5 ist dies nun gelungen. Neben den kompletten Möglichkeiten des Query Designers gibt es folgenden Zusatznutzen:

  • Generierung von HANA Views
  • Integrierter Query Preview
  • Verfügbarkeit der neuen HANA Exit-Variablen AMDP (ABAP Managed Database Procedure)
  • Neuer, vereinfachter Formeleditor (mit If-Operator)

Auch bzgl. BW Workspaces geht es spannend weiter, bspw. mit dem BW Workspace Query Designer.

Zu guter Letzte noch als Übersicht die Featureliste zu BW7.5 SP1:

BW 7.5SP1 Feature Overview

BARC: The BI Survey 15

Heute ist The BI Survey 15 (BIS) ins Haus bzw. das Postfach geflattert. Mal schauen, welche Erkenntnisse man daraus ziehen kann.

Ein paar Facts zur Umfrage

  • 2.952 verwertbare Umfrageergebnisse
  • 2.111 Anwender (Rest Berater/Hersteller)
  • 53% der Teilnehmer haben zwischen 100 und 2.500 Mitarbeiter
  • Die Größte Teilnehmergruppe kommt aus dem produzierenden Bereich (Manufacturing) gefolgt vom Handel (Retail/Wholesale/Trade)

SAP in der BIS

  • SAP BO Analysis und SAP BO WebI als Produkte mit dem höchsten Median an Mitarbeitern (7.500 und 5.000)
  • An 4. Stelle SAP BEx mit 4.100 nach Oracle BI FS (4.200)
  • Das relativ neue SAP BO Design Studio folgt an 8. Stelle mit einem Median von 2.750 Mitarbeitern

Der Durchschnitt liegt im Median bei 1.000 Mitarbeitern. Somit kommt ein Großteil der SAP-Produkte erwartungsgemäß in größeren Unternehmen zum Einsatz.

  • SAP BO WebI hat bei den 4 in die Umfrage einbezogenen SAP-Werkzeugen die meisten Antworten (86), am wenigsten das noch verhältnismäßig neue SAP BO Design Studio (30). QlikView von Qlik ist mit Abstand am meisten vertreten mit 254 Antwortenden.
  • Folgende SAP-Produkte wurden bewertet, werden aber unter Others gruppiert: SAP Crystal Reports, SAP BW IP und SAP Lumira.

Ergebnisse

Eine erste Erkenntnis ist der Anstieg des durchschnittlichen %-Anteils an Usern in den Unternehmen.Während der Wert letztes Jahr bei nur knapp über 10% lag, ist der auf fast 13% angezogen. Schaut man ins Detail, zeigt sich, dass gerade der Anteil an Unternehmen, welche vorher bereits viele BI-User (>50%) hatten, sich nochmals erhöht hat.

Der Finanzbereich, Management und Vertrieb sind die Hauptnutzer von BI in den Unternehmen. Im Finanzbereich ist die Nutzung in den letzen Jahren auch noch kontinuierlich gestiegen und liegt bei über 80% der Unternehmen. Im Vergleich zeigt der mittelfristige Trend bei Management und Vertrieb leicht nach unten und liegt zwischen 60% und 70%. Bei großen BI-Installationen, zu denen auch SAP typischerweise gehören dürfte, ist die Tatsache, dass der Hersteller als Standard definiert ist ein wichtiger Grund. Nur die Funktionalität ist mit einigem Abstand noch wichtiger, was jedoch für Installationen jeglicher Größe der wichtigste Grund ist. Ein interessanter Unterschied zu Mittelgroßen Installationen ist die einfache Nutzung durch Report Designer und Report Empfänger. Bei großen Unternehmen spielt dies eine deutlich geringere Rolle als bei Mittelgroßen. Auch Performance, Flexibilität und das Preis-Performance-Verhältnis liegen deutlich unter den Mittelgroß-Unternehmen.

Keine Überraschung ist sicherlich, dass die BI-Werkzeuge im Schwerpunkt für Standardreporting, Ad hoc Query, Datenanalyse und Dashboards verwendet wird. Etwas abgeschlagen stehen noch Planung, Konsolidierung und Predictive Analytics. Wobei bei letzterem im Vergleich zu den anderen Punkten doch ein starkes Interesse da ist, dies in den nächsten 12 Monaten auszubauen oder ansonsten oft langfristige Planungen existieren.

Abschließen möchte ich mit den Trendthemen wie Mobile BI. 2011/2012 waren die Erwartungen für die nächsten 12 Monate und darüber hinaus hoch. Nach und nach hat sich die Nutzung gemächlich ausgebaut von 8% (2011) auf 21% (2015). Diese Entwicklung ist jedoch weit weg von den Erwartungen, welche jedes Jahr für die nächsten 12 Monate kommuniziert wurden und immer bei über 20% lagen.

Bei Cloud BI ist der Schwerpunkt der Nutzung nach Industrie genau auch dort, wo Cloud BI herkommt, nämlich aus dem IT-Sektor. Klassische Branchen wie Finanzdienstleistungen, Versorger oder der öffentliche Sektor sind hier noch deutlich zurückhaltender in der Nutzung.

Forrester Wave: Agile BI Plattforms – Q3 2015

Am 25.09.2015 hat Boris Evelson die aktuelle Forrester Wave zu Agilen BI-Plattformen veröffentlicht. Teil der Untersuchung ist SAP Lumira v.1.28.

Auf Basis von 15 Kriterien wurden 13 Anbieter verglichen. Neben SAP finden sich im Vergleich auch andere große BI-Player wie IBM (Watson Analytics), SAS (Visual Analytics), Qlik (Sense Enterprise), Microsoft (Power BI) und Oracle (BI Cloud Service). Das Thema scheint also grundsätzlich gut im Markt angekommen zu sein.

Im Ergebnis nehmen Microsoft und SAP im Leaders-Bereich die führende Rolle ein. SAP überzeugt im Vergleich mit der stärksten Strategie, während Microsoft aktuell das stärkste Angebot hat. Microsoft wird dicht gefolgt von Tableau und Qlik. Etwas abgefallen in der Gesamtwertung liegt IBM. Watson ist hier natürlich im Vergleich evtl. auch etwas speziell. Jedoch überzeugt IBM klar beim Kunden Feedback (5.00 von 5.00) während SAP und Microsoft hier nur bei 4.00 liegen.

SAP spielt seine stärken bei den Self-Service Features (4.00) aus. Nur Oracle wird mit 4.20 besser gewertet. Bei Vision and Strategy liegen Microsoft und SAP mit der maximalen Punktzahl von 5.00 gleichauf teilen sich in der Kategorie den Spitzenplatz.

Bei SAP wird im Speziellen der Bereich Data Preperation hervorgehoben. Auf der anderen Seite wird bemängelt, dass die aktuelle BI-Toolstrategie der SAP eine Vielzahl noch nicht harmonisierter Frontends bietet und Lumira typischerweise nur in SAP-Umgebungen vorzufinden ist.

Interessant ist noch, dass Oracle mit einer Cloud-Lösung hier stark in den Agile BI Plattorm-Markt eingetreten ist. Für SAP Lumira gibt es zwar auch die Cloud-Variante. Jedoch bleibt abzuwarten in wieweit man hier in eigener Konkurrenz mit der neuen Lösung SAP Cloud for Analytics steht und ob nicht evtl. diese nächstesmal in der Forrester Wave stehen wird.

SAP bietet den freien Download des Forrester-Papers an.

Weltpremiere SAP Design Studio 1.6 bei der SAP TechEd in Las Vegas

Auf der SAP TechEd in Las Vegas wurde heute das nächste Minor-Release 1.6 des SAP Design Studio vorgestellt.

Die allgemeine Verfügbarkeit (GA) soll Ende November/Anfang Dezember sein. Neben der Vorstellungen neuer Features wurde klar gemacht, dass der zukünftige Entwicklungsschwerpunkt auf der Business Intelligence Plattform (BIP) liegen wird. SAP BW und SAP HANA stehen nicht mehr im Fokus.

Die Session-Aufzeichnung ist unter folgendem Link verfügbar: http://events.sap.com/teched/en/session/22630

Im SCN wurde von Tammy Powlas dazu eine Zusammenfassung erstellt.

BusinessObjects Cloud aka SAP Cloud for Analytics aka Project Orca

Am Dienstag, 20.10.2015 startete der neue SaaS von SAP.

Zu Beginn unter www.sapcloudanalytics.com zu finden und als „SAP Cloud for Analytics“ bezeichnet. Aktueller auch hier: https://www.sapbusinessobjects.cloud/

Das Produkt basiert auf der HANA Cloud Platform und steht in Konkurrenz bspw. zu QuickSight von Amazon, welche ebenfalls erst vor Kurzem vorgestellt wurde.

Es ist ja auch nicht so, dass SAP nicht bereits ein Cloud-basiertes Angebot mit Lumira hat. Bei dem ebenfalls die Schwerpunkte auf leichter Bedienbarkeit, Visualisierung und Predictive (bei Predictive Analytics 2.0) liegen. Dazu muss man bedenken, Lumira ist in der Personal Edition kostenlos und bringt 1 GB Cloudspeicher mit. Gut, Cloud ist nicht gleich dem Desktop-Tool. Jedoch fragt man sich zwangsläufig, warum SAP nicht einfach mal ein bestehendes Tool ausbaut (vgl. BEx) statt neue Tool’s zu schaffen oder aufzukaufen.

Die SAP wirbt mit „Analytics will never be the same“. Und tatsächlich sieht es so aus, als wäre hier ohne Installation, quasi in Minuten ein Werkzeug zur Verfügung, welches die vier Kernfunktionalitäten

  • Plan
  • Discover
  • Visualize
  • Predict
  • Collaboration

liefert und dabei einen relativ einfachen Eindruck bzgl. Handhabung macht (UX).

Lt. Pressemeldung ist angedacht, Cloud- und On-Premise Daten zu verarbeiten. Die Zielgruppe ist dabei ganz klar der User im Fachbereich. Durch die Zusammenarbeit mit Google wird eine Integration in Google Docs und Google Tabellen ermöglicht.

Bestehende SaaS Cloud-Angebote von SAP wie Lumira und Cloud for Planning sollen hier Eingang finden bzw. bereits Eingang gefunden haben.

Mittlerweile hat SAP ihre Strategie und auch den Namen der Lösung weiter entwickelt. Hier findet sich eine FAQ zu den wichtigesten Fragen. Z. B. hat die SAP mit dem Digital Boardroom eine erste Content-Lösung basierend auf BO Cloud entwickelt.