BARC Big Data use cases 2015 – Research Study (wrap up)

Heute ist die neuste Big Data Studie von BARC in meinen Posteingang geflattert. „Big Data Use Cases – Getting real on data monetization“.

BARC definiert Big Data als „Methoden und Technologien für hochskalierbare Erfassung, Speicherung und Analyse polystrukturierter Daten“.

Mal schauen, was aus der Studie zu ziehen ist. Für BARC ergeben sich aus den Ergebnissen sechs Hot Spots:

  1. Big Data erobert die Unternehmen, allerdings nur wenn das Management vorangeht – Dort wo Big Data realisiert wird, ist in 61 % das Management der Treiber.
  2. Big-Data-Initiativen liefern beachtlichen Mehrwert – Big Data verbessert strategische Entscheidungen, ermöglicht eine bessere Steuerung operativer Prozesse, ein besseres Kundenverständnis sowie Kostensenkungen und erzielt damit Ergebnisse, welche über den Erwartungen liegen.
  3. Der Kunde im Mittelpunkt – Marketing und Vertrieb sind Vorreiter in dem Bestreben, den Kunden transparenter zu machen aber auch in vielen anderen Bereichen wird Big Data zunehmend relevant. Gerade im Handel ist hier das Interesse hoch.
  4. Unternehmen kämpfen mit massiven Know-how-Defiziten sowie Sicherheit und Datenschutz – Da der Kunde oft im Mittelpunkt des Big Data-Geschehens steht, muss mit den entsprechenden Daten sensibel umgegangen werden. Für gut die Hälfte der befragten Unternehmen ein Problem. Zudem, wie seit Langem propagiert, fehlen die Data Scientists.
  5. Europa hinkt hinterher – Nordamerika hat, wie eigentlich zu erwarten war, die Nase vorne.
  6. Industrie 4.0 ist mehr Wunsch als Wirklichkeit – Der Handel hat hier durch konkrete Nutzeneffekte bei Kundenverständnis und Umsatzgenerierung eine Führungsposition herausgearbeitet. Die Industrie ist jedoch im Kommen, priorisiert jedoch ganz anderer Nutzeneffekte wie die bessere Steuerung operativer Prozesse oder sinkende Kosten. Nur das Know-how für die Umsetzung ist noch nicht in gewünschtem Maße vorhanden.

Der Data Scientist, in welcher Ausprägung auch immer, ist also immer noch ein wichtiger Enabler. Jedoch ist für viele Unternehmen der genaue Nutzen von Big Data noch nicht greifbar. Die Studie liefert hier noch weitere interessante Erkenntnisse:

  • In Europa eilt die mediale Diskussion der tatsächlichen Entwicklung voraus, nimmt aber an Fahrt auf.
  • Für viele, vor allem aus der IT, ist Big Data tatsächlich der Umgang mit großen Datenmengen (57%).
  • Die IT selbst zählt auch zu den größten Treibern. Erst der Fachbereich ist jedoch der Erfolgsgarant und durch das Management wird das Thema dann tatsächlich auch realisiert.
  • Die Erwartungshaltung an Big Data ist sehr breit und lässt sich kaum auf ein oder zwei Aspekte fokussieren.
  • Knapp 2/3 der Unternehmen können zum Nutzen von Big Data keine Aussage machen. Die welche es machen, zeichnen ein sehr positives Bild bzgl. Umsatzsteigerung und Kostenreduzierung.
  • Marketing und Vertrieb sind die wichtigsten Unternehmensbereiche. Finanzen und Controlling spielt eines starke Rolle und zusammen mit dem Kundenservice wird dies auch in den nächsten Monaten so bleiben.
  • Technologisch setzt man eher auf die Klassiker: BI-Werkzeuge (62%), Relationale Datenbanken (53%) und Standard Datenintegrationswerkzeuge (53%). Erst danach folgt Data Discovery (43%), Analytische Datenbanken (36%), Predictive Analytics (31%) oder gar Hadoop (17%). Genau die führenden drei Technologien sind auch noch präferiert für den Betrieb in der Cloud.
  • Der Technologieeinsatz verwundert nicht, schaut man sich die Datentypen an, welche analysiert werden. Daten aus Transaktionssystemen (64% im Einsatz) sind führend. Unstrukturierte Datentypen wie Dokumente (30%), Social Media (24%), Clickstream (21%) sowie Daten aus Videoclips/Bildern (12%) scheinen hier abgeschlagen.
  • Andere Branchen, andere Probleme:
    • Finanzsektor: Fehlende Einsatzszenarien
    • Industrie: Fehlendes fachliches & technisches Know-how
    • Öffentlicher Dienst: Datenschutz

Zusammengefasst kann man sagen, Big Data ist im Bewusstsein der Unternehmen angekommen. Die Data Scientists scheinen aber tatsächlich zu fehlen, um die Themen wirklich anzugehen und daraus einen Wert zu ziehen. Währen BARC die positiven Antworten beim realisierten Nutzen hervorhebt, sehe ich eher kritisch, dass hier 2/3 gar nicht erst geantwortet haben. Man hört ja eh ständig, einfach mal machen, nicht unbedingt den Business Case rechnen. Eher agiles Vorgehen in Richtung „fail fast, fail often“ und der Wert realisiert sich schon. Andererseits, wer schaut schon nach dem Projekt nochmal, ob das Ergebnis auch wirklich erzielt wurde…

Letztendlich zeigt sich auch, andere Branchen und andere Abteilungen bringen auch andere Voraussetzungen, Herangehensweisen und Probleme mit sich, weshalb jeder Fall doch wieder individuell zu betrachten ist.

Loben muss ich die Auflistung der Use Cases. Wenn auch High Level beschrieben, bieten dies doch eine ganz gute Checkliste, mit der man als IT doch mal im Fachbereich vorbeischauen und ins Gespräch zu kommen.

Was jedoch die Word Clouds angeht – das Nutzenpotential halte ich eher für überschaubar. Den Versuch, Neues zu wagen, kann man jedoch durchaus wieder loben.

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